Filmgespräch mit Sigrid Klausmann und Walter Sittler zum Dokumentarfilm "NICHT OHNE UNS!" auf dem FÖJ-Abschlussseminar 2017

"Eigenlich wollen alle das selbe" antwortet der Schauspieler und Produzent Walter Sittler auf die Frage, was die im Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" porträtierten Kinder und Kinder in aller Welt verbindet. Alle Kinder hätten das Bedürfnis nach einem sicheren Umfeld, nach Familie und Freunden und nach einer Perspektive für die eigene Zukunft und für die Welt.

Geduldig und locker beantworten Walter Sittler und seine Frau Sigrid Klausmann, die Regisseurin des Films, die Fragen aus dem Publikum. Beide sind zu einem Filmgespräch über ihren Dokumentarfilm "NICHT OHNE UNS!" im Bildungshaus St. Norbert in Rot an der Rot zu Gast. Beim diesjährigen Abschlussseminar des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) hatten die über 100 FÖJ-Teilnehmenden am Vorabend exklusiv den preisgekrönten Dokumentarfilm gesehen und können nun mit der Regisseurin und dem Produzenten des Films ins Gespräch kommen. Ob man Mitleid empfinde und wie man mit den persönlichen Schicksalen der Kinder und ihrer Familien umgehe, wird gefragt. Das Empfinden sei eher Mitgefühl, sagt Sigrid Klausmann: "Man muss und will die Kinder Interesse für ihr Schicksal und ihre Geschichte spüren lassen", aber man wolle "die Kinder als starke Kinder porträtieren".

"NICHT OHNE UNS!" ist Teil des weltumspannenden Projekts „199 kleine Helden“ und hat das Ziel, Kinder aus allen Ländern der Erde eine Stimme zu geben. Die Einzelporträts können künftig im Schulunterricht eingesetzt werden, momentan laufen dazu bereits Pilotprojekte an Schulen. Der Dokumentarfilm "Nicht ohne uns!" zeigt Kinder und Jugendliche aus 14 verschiedenen Ländern, doch das Projekt läuft längst weiter und hat bereits 28 Kinder und Jugendliche porträtiert. Der Aufwand ist hoch, berichtet Sigrid Klausmann: Kinder müssen gesucht werden, vor Ort sind Übersetzer und andere Kontaktpersonen wichtig und jedes Porträt beansprucht drei Drehtage. Ursprünglich hieß das Projekt "199 Schulwege" und nach wie vor sind die Schulwege der Kinder Aufhänger und Türöffner: sie bieten interessante Geschichten und Bilder, zeigen die Kinder in ihrem Alltag, mit ihren Sorgen, Problemen, Freundschaften, Träumen und Plänen. Um in der kurzen Zeit eine vertrauliche Atmosphäre mit den Kindern aufzubauen, sei "Zeit für die Kinder wichtiger als alles andere", berichtet Walter Sittler. Man müsse offen und spontan sein, sich einlassen und auch spontane Willkommensgesten der Familien annehmen.

Sigrid Klausmann und Walter Sittler machen den FÖJ-Teilnehmenden Mut, sich weiterhin gemeinnützig zu engagieren, Gesellschaft und Zukunft mitzugestalten: "Demokratie lebt von den Menschen, die sie haben. Und Verantwortung ist etwas Tolles".




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